Im Internet die Einbauküche kaufen?
Heutzutage nutzt gut die Hälfte (53%) der über 65 Millionen privaten Internetnutzer des 1. Quartals 2009 das World Wide Web als Medium für den Einkauf. Darunter Bücher, Magazine, Zeitungen, Sportartikel, Möbel, Spielzeug, Reisen, Urlaubsunterkünfte, Bahn- oder Flugtickets, Computer-Software, Computer- und Videospiele, Filme und Musik.
Nun ist der Kauf von individuell geplanten Einbauküchen über das Internet zwar noch nicht statistisch erfasst, aber die wie Pilze aus dem Boden wachsenden Küchenverkaufs-Plattformen im Netz legen zumindest die Vermutung nahe, dass hier ein Markt vermutet wird.
Wer sich Küchen preiswert kaufen möchte, wird im Internet auf jeden Fall fündig. Mit ein bisschen Zeitaufwand können hier große Rabatte aufgetan werden.
Die Versprechungen jedenfalls klingen vollmundig und verlockend:
- Qualifizierte Fachberatung
- Jahrelange Erfahrung
- Tausende von zufriedene Internetkunden
- Montage und Service europaweit
Wenigstens diesbezüglich unterscheiden sich diese Versprechen nicht von denen der klassischen Werbebotschaften, wie sie uns in Hochglanzprospekten jede Woche von neuem präsentiert werden. Die rechtlichen Fragen beim Internetkauf sind über das Fernabsatzgesetz halbwegs befriedigend geklärt, und dass die Küchenplanung im WWW durchaus möglich ist und dabei auch akzeptabele Ergebnisse liefern kann, beweist das rege Treiben auf Kuechenkette.de täglich neu.
Parallelen lassen sich auch in der Art der Angebotserstellung und der Herausgabe der Planungsunterlagen wiederfinden. Gesamtpreise ohne Einzelpreisaufstellung sind normal und die detailierten grafischen Ausarbeitungen gibt es in der Regel erst nach Vertragsabschluss. Wenn der interessierte und kaufwillige Kunde seine Küche nicht noch selbst am Online-Planer erstellen müsste, könnte man meinen sich in der guten alten Welt der Küchenabteilungen zu befinden.
Ob in der realen Welt oder dem irrealen Netz, die Generierung von Umsatz lässt sowohl Hersteller und Verbände, als auch den Handel an einem Strang ziehen.
Die bewusste Verschleierung der eigentlichen Möbelhersteller wird wie gewohnt durch das Prädikat “Hausmarke” weiter betrieben.
“Vergleichbarkeit ist out”, lautet die interne Devise und je unaufgeklärter ein Kunde zum Kauf schreitet, desto leichter hat es der Verkäufer in diesem schwierigen Spiel.
Daraus ergibt sich die Fragestellung, ob es überhaupt noch einen Unterschied macht, im Internet oder beim Möbelriesen zu kaufen? Wahrscheinlich, vom Aufmass abgesehen, nicht.
Natürlich bleibt der persönliche Kontakt mit dem Händler/Verkäufer bei dieser Art des Handels auf der Strecke. Aber wird darauf noch Wert gelegt?
Wenn man der Statistik traut, legen rund die Hälfte der privaten Internetnutzer keinen Wert darauf, und ob das beim Küchenkauf anders ist, scheint zumindest fraglich.
Auch in Anbetracht der Tatsache, dass verschiedene Verkaufsformen wie z.B. Messeverkauf, Verkauf nach Meterpreis oder nicht zuletzt die Massenabfertigung bei den Möbelgiganten einen persönlichen Bezug zum Händler sowieso vermissen lassen, erscheint der Kauf von Einbauküchen über Internetplattformen als eine durchaus legitime Möglichkeit.
Einerseits scheint das Ende der Kaufkultur nach “Tante Emma” eingeläutet, andererseits könnte es auch der Beginn einer neuen Kaufkultur sein, auf die der Küchenfachhandel, wenn er denn existent bleiben möchte, Reaktion zeigen muss.
Wer eine preiswerte Küche sucht, die hauptsächlich funktional sein soll, kann unter Umständen bei einem großen Supermarkt fündig werden. Doch preiswerte Küchen gibt es hin und wieder auch im Küchenstudio oder im Möbelhaus zu kaufen. Wer wird nicht neugierig, wenn ein großes Werbeschild darauf hinweist, dass in einem Möbelmarkt ein Sonderverkauf stattfindet? Gerade wenn man nach preiswerten Möbeln sucht, kann man hier unter Umständen echte Schnäppchen ergattern. Die Frage ist ja immer, was man unter einer preiswerten Küche versteht. Während manch einem eine Küche aus Furnierholz genügt, schwören andere auf Echtholzmöbel.
Dass die Preise da stark schwanken können, steht wohl außer Frage. Ein anderer Punkt ist die Ausstattung, über die eine Küche verfügen sollte. Viele Kunden wünschen es ja, dass möglichst viele Elektrogeräte in diese Küche integriert sind. Zumindest sollten ein Herd und ein Kühlschrank von vornherein vorhanden sein. Um solche Küchen preiswert zu erstehen, nehmen sie unter Umständen Wege von mehreren Kilometern in Kauf. Doch kann man sich die Suche auch viel leichter machen. Wenn man nämlich das richtige Stichwort in eine der zahlreichen Suchmaschinen im Internet eingibt, kann man sich vor Angeboten kaum retten.
Es gibt im Internet nämlich Seiten, die sich darauf spezialisiert haben den Verkauf von preiswerten Küchen voranzutreiben. Diese müssen teuren Modellen nicht unbedingt unterzuordnen sein. Im Prinzip gibt es für jeden Geldbeutel Küchen, die preiswert sind mit einer annehmbaren Ausstattung. Wenn man Messen besucht, auf denen Küchen ausgestellt werden, kann man Glück haben, dass die ausgestellten Küchen nach Beendigung der Messe preiswert verkauft werden, weil sie Vorstellungsstücke waren und die Türen und Schubladen schon mehrfach geöffnet wurden.
Eventuell können sie bereits kleinere Gebrauchsspuren aufweisen. Ein anderer Weg, um Küchen preiswert zu erstehen kann es sein, wenn man sich an Lagerhäuser wendet, die gebrauchte Küchen verkaufen. Diese müssen ja nicht unbedingt mehr ansehnlich sein. Zumeist werden diese Küchen repariert und kleinere Fehler ausgebessert. Das einzige Manko, das diese Küchen haben, ist eben einfach das, dass sie nicht mehr neu sind. Wer seine Wohnung zum ersten Mal einrichtet und lediglich nach Übergangslösungen sucht, muss nicht unbedingt das teuerste vom teuersten kaufen.
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