Der Traum von Küche in weiß

Maler lieben ihre weiße Leinwand. Im Kopf existiert bereits die Idee, auf dem unberührten Untergrund nimmt sie nun allmählich Gestalt an. Auch Literaten kennen diese Magie – das Glücksgefühl, wenn der zündende Gedanke Schwarz auf Weiß zu Papier gebracht ist und sich daraus Blatt für Blatt das Gesamtwerk entwickelt.Nicht zwingend nach vorab fixiertem Verlaufsplan, sondern wandelbar, bereit, Gemälde oder Text neue Wendungen zu geben, impulsiv neue Einfälle einzubringen. Diese kreativen, absolut persönlichen Spielräume eröffnet Weiß in der Innenarchitektur in ganz ähnlicher Weise: Die sogenannte „unbunte“ Farbe bietet die Grundlage für die gesamte Klaviatur der individuell inszenierbaren Raumstimmungen. Und lässt den Akteuren – Ihnen, Ihrer Familie, Ihren Freunden – den emotionalen Freiraum, ganz nach Tagesform immer wieder neue „Gemälde“ zu zeichnen und „Geschichten“ zu erzählen: Anders als eine festgelegte Farbgebung aus der „bunten“ Farbpalette erhebt Weiß nicht den Anspruch, abweichende, momentane Gefühlslagen zu dominieren. Die Gründe sind mehrschichtig. 

 

Generell ist großflächig eingesetztes Weiß bei Möbeln und Raumausstattung ein Instrument, um eine ruhige, zurückhaltende, ausgewogene Wohnatmosphäre zu gestalten. Dennoch ist Weiß keine „Neutralfarbe“, sondern hat die Macht, je nach Farbmischung, Blau- oder Rotanteile etwa, unterschiedlichste Grundstimmungen im Raum zu erzeugen.

Es entstehen feinste, auf den ersten Blick kaum erkennbare Nuancierungen von warm bis unterkühlt und kalt. Wir sprechen dann beispielsweise von Elfenbein- Creme- oder Porzellan-Weiß, von Magnolie, Perlmutt- oder Perlweiß, von Titan- oder Schneeweiß. Weiß ist also keineswegs Weiß. Einen gemeinsamen Faktor gibt es jedoch: Weißvarianten sind die hellsten aller Farben, reflektieren Licht am stärksten und lassen dadurch jede andere Kombinations-Farbe besonders leuchtend erscheinen.

Maßgeblich beteiligt an der Raumwirkung von Weiß sind die Fronten-Materialien. Hochglänzende Schichtstoff-
fronten oder weiß lackiertes Glas zum Beispiel reflektieren Licht besonders gut.

Je nach Lichteinfall entwickeln sich effektvolle „Weiß-Malereien“, die den Küchenraum optisch stetig verwandeln – wenn Wolken aufziehen, wenn die Sonne mit voller Kraft leuchtet, wenn Kunstlicht eingeschaltet wird. Matte Oberflächen und solche mit Struktur verhalten sich zurückhaltender.

Auf dem weißen Küchenmöbel genügen ein bunter Blumenstrauß in Gelb-, Orange- und Rottönen und vielleicht noch ein paar Accessoires in den gleichen Farben, um der Küche einen mediterranen Touch zu verleihen – ganz schnell ist eine „wärmende“ Winterküche gezaubert.

Werden die identischen Plätze mit stahlblauem oder violettem Rittersporn und farblich passenden Dekos geschmückt, schaltet die emotionale Wahrnehmung fast automatisch auf Kühle – im Sommer ein total erfrischendes Wahrnehmungs- Erlebnis. Die enorme Wandlungsfähigkeit schon mit kleinen Mitteln erklärt die wieder neu entdeckte Beliebtheit des Farbklassikers jedoch nur zu einem Teil.

Ein zweites Faktum kommt hinzu: Der Trend zur offenen Küche, der Gestaltung von Koch- und Wohnbereich als Einheit. Dieser Lebensraum soll zum einen Entspannung, Erholung und Ruhe finden lassen, zum anderen Kommunikation, Ausgelassenheit, Spaß und Freude am Miteinander fördern.

Für eine solche Kopplung unterschiedlichster Bedürfnisse zählt Weiß zu den wahren Könnern, denn es geht mit nahezu jeder Farbe eine tiefe Freundschaft ein. Nur untereinander sollten Sie mehrere Weiß-Nuancen nicht wahllos mixen, dann entsteht Unruhe. Im Übrigen können Sie tief und ohne Vorbehalte in die Farbpalette greifen. Zwei grundsätzliche Varianten stehen Ihnen zur Wahl: Durchweg reinweiße Küchenmöbel plus Wand- und Bodengestaltung in Wunschfarben und -materialien, beispielsweise ein Echtholzboden oder ein Laminat in Holzoptik, sowie farblich angepasste Wandbeläge und Heimtextilien. Das hat den Vorteil, dass Sie lediglich ein paar Farbeimer und farbabgestimmte Accessoires besorgen müssen, um innerhalb kürzester Zeit ein neues, spannendes Wohnambiente genießen zu können. Ob Rot, Violett in kühlen bis warmen Schattierungen, Grün für den „Tapetenwechsel“ – die weißen Küchenmöbel bringen die Farben zum Leuchten und kommen selbst wie neu gekauft daher.

In der zweiten Variante kombinieren Sie weiße und farbige Fronten; Wände und Boden können Sie prima harmonisch angleichen – oder aber Sie wählen einen richtig schönen, plakativen Konstrast. Im Fokus liegen aktuell ein kühles „Outfit“ in Weiß plus Grau und/oder Schwarz, dazu Edelstahl und Glas sowie der natürliche Charme von Fronten in erdigen oder HolzTönen zusammen mit Weiß. Und selbstverständlich haben Sie als Fan von knackigen Farbklecksen ebenfalls vollkommen freie Hand: Derzeit katapultiert sich fetziges Lemon bei fröhlich-jungen Zeitgenossen gleich welchen Alters in die Farben-Hitliste.

Egal, welche Farbe Sie bevorzugen, Sie finden mit Sicherheit Ihre

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